|
|

Belasten Kuenstlerfarben unsere Umwelt?
Alle Pigmente, die giftige Schwermetalle - besonders
Blei oder Cadmium - enthalten, sollten natürlich nicht unnoetigerweise in die Umwelt gelangen.
Cadmiumpigmente sind zwar nicht bioverfuegbar,aber koennen Verbrennen giftige Daempfe entwickeln, wenn sie ueber den Hausmuell in die Muellverbrennung gelangen.
Leider gibt es aber trotz umfangreicher Bemuehungen noch keinen total un schäaelichen Ersatzstoff fuer die brillanten Cadmiumfarben.
Kuenstler sollten diese Farben daher verantwortungsbewusst verwenden und entsorgen werden.Gering belastend fuer unsere Umwelt sind
dagegen die Bindemittel der Kuenstlerfarben.
Es sind goesstenteils natuerliche Gummen,Öle und Harze, also nachwachsende Rohstoffe.
Die synthetischen Harze wie z. B. Acrylharz sollten beruecksichtsvoll entsorgt werden, vorzugsweise in getrocknetem Zustand. Die Menge dieser Materialien, die von Kuenstlern verwendet werden, ist verglichen mit der Industrie voelig unbedeutend.
Weder die natuerlichen noch die synthetischen Bindemittel belasten den Hausmuell in besonderem Masse. Es sind keine chlorierten, sondern nur halogenfreie Kohlenwasserstoffe.
Sie können sowohl verbrannt als auch deponiert werden.
Zudem ist die verwendete Menge gering. Loesemittel erfordern dagegen unsere Ruecksicht auf die Umwelt. Sowohl natuerliche als auch synthetische Loesemittel koennen ueber den Treibhauseffekt die Umwelt belasten. FCKVV, das frueher als Treibgas in Spruehdosen enthalten war und halogenierte Kohlenwasserstoffe, die die Ozonschicht gefäaerden koenn-ten, werden nicht mehr verwendet.
| |
| |
Qualitätsanforderungen an eine Künstlerfarbe
differieren nach Einstellung des Künstlers. Manche Künstler legen z. B. mehr Wert auf Leuchtkraft und Brillanz, andere auf Beständigkeit. Nicht alle wünschenswerten Eigenschaften lassen sich immer gleichzeitig verwirklichen. Wichtig ist für den Künstler, daß eine Künstlerfarbe auf dem Etikett klar erkennen läßt, weiche Pigmente sie enthält und ob sie z. B. echtes Cadmiumpigment enthält oder einen Ersatzstoff. Die Eigenschaften der individuellen Farben sollten in guten Qualitäts-Markenprodukten nicht zu sehr voneinander abweichen und in einem Sortiment konstant bleiben. Sorgfältig geprüfte Hilfsmittel garantieren dies. Künstlerfarben, die nur Pigment und Bindemittel enthalten, werden dieses Ziel nicht erreichen. Die Beständigkeit, Haltbarkeit und Lichtechtheit von Künstlerfarben sind wichtig für das ganze Kunstwerk; gute Qualitätsfarben kann man bereits an den Angaben zu Inhaltsstoffen und zur Beständigkeit auf dem Etikett erkennen. Diese Art der Etikettierung entspricht der internationalen Gesetzgebung und Künstler sollten die Warnhinweise auf den Etiketten besonders beachten. Im allgemeinen ist der Umgang mit Künstlermaterialien ungefährlich, wenn sie im eigentlichen Sinne verwendet werden und der Künstler das Material verantwortungsbewußt entsorgt.
|
|
Gesundheits- und Umweltaspekte in Verbindung mit
Künstlerfarben
Kunst ist eng verbunden mit Farbe. Künstler schaffen mit Farben
bleibende Werte.
Künstlerfarben dienen daher der Kultur; sie müssen schön und
dauerhaft sein.
Dennoch sind auch Künstlerfarben Produkte für den Ge- und
Verbrauch, die weder Menschen noch unsere Umwelt belasten sollen.
Künstlerfarben unterliegen wie alle anderen chemischen Produkte den
strengen Gesetzen, die die Gesundheit von Menschen und unsere
Umwelt schützen. Auch gibt es gelegentlich Meinungen, die fälschlich
davon ausgehen, daß alles gut sei, was aus der Natur kommt und alles
bedenklich, was die Chemie produziert.
Bleipigmente
Bleiweiss (basisches Bleicarbonat, das sog. Kremserweiß) ist wohl
das einzige gesundheitsgefährdende Pigment, das bei Künstlern
immer noch vereinzelt Anwendung findet. Es kann sich im Körper
anreichern und ernste Gesundheitsschäden verursachen.
Daher müssen bei der Verwendung Sicherheitsvorkehrungen getroffen
werden.
Bariumpigmente
Barium wird für die Herstellung von Farblacken und Tonerpigmenten
verwendet, jedoch wegen der geringen Lichtechtheit dieser Pigmente
normalerweise nicht für Künstlerfarben. Bariumsulfat jedoch wird
häufig von Künstlerfarbenherstellern benutzt,
um die Konsistenz einzustellen. Bei normaler Anwendung ist es jedoch
unbedenklich, da es unlöslich ist.
Cadmiumpigmente
Cadmiumpigmente erscheinen als Cadmium- Zink-Sulfide (in Gelbtönen) und
Cadmium- Sulfidselenid (in Rottönen). Lösliche Cadmiumverbindungen
sind giftig, aber die Methoden, mit denen die modernen Cadmium-Pigmente
gefertigt werden, machen sie praktisch unlöslich. Sie bedeuten daher keine
Gefahr bei normaler Anwendung in Künstlerfarben.
Chrompigmente
Der Künstler kann Chrompigmente als Chromoxidgrün feurig und
stumpf oder in Chrom-Blei-Gelbtönen finden. Blei-, Barium- und
Zink-Chromate sind gesundheitsschädlich; so daß die meisten
Hersteller sie nicht mehr verwenden.
Der chemische Charakter des Chroms in den beiden Chromoxidgrün-Tönen
ist nicht derselbe wie in den Bleichromatverbindungen und birgt keine
Gefahr für den Anwender.
Kobalt
Kobalt kann vom Künstler in trocknungs-beschleunigenden Hilfsmitteln, in
Kobaltblau, Ceruleanblau, Kobaltgrün, Kobaltviolett und Kobaltgelb (Aureolin)
gefunden werden. Als Pigment in getrockneter Pulverform kann Kobalt bei
Einatmung Allergien verursachen. Die Gesundheitsgefährdung beim
Verschlucken hängt von der Löslichkeit des Kobalts in der Magensäure
ab. Kobaltviolett und Kobaltgelb haben ein etwas höheres
Löslichkeitspotential als die übrigen Pigmente dieser Klasse, sind aber
bei normaler An-wendung nicht gefährlich.
Kupfer
Viele historische Pigmente enthielten Kupfer in löslicher Form, die beim
Verschlucken gefährlich waren; sie werden jedoch schon seit langem
nicht mehr verwendet. Kupfer findet man in Phthalocyaninen. Wegen
der festen Komplexverbindung kann Kupfer in dieser Verbindung jedoch
praktisch nicht vom Körper aufgenommen werden.
Quecksilber
Quecksilber ist in dem Pigment Zinnober enthalten, aber Quecksilber
Sulfid ist praktisch unlöslich und könnte nur dann eine Ge-fährdung
darstellen, falls darin lösliche Verunreinigungen enthalten sind.
Zusammenfassung Pigmente
Eine mögliche Gesundheitsgefährdung kann nur dann entstehen,
wenn ein Pigment vom Körper aufgenommen wird. Wenn es durch
die Magensäure gelöst und vom Körper absorbiert wird, ist es
schädlich. Einige Pig-mente können Gesundheitsschäden verursachen,
wenn sie über einen längeren Zeitraum in die Lungen gelangen.
| |
Wie sicher sind Binde- und Lösungsmittel ?
Die Bindemittel der Ölfarben sind natürliche Öle (Leinöl, Sonnenblumenöl, Saffloröl, Sojaöl, Mohnöl); manchmal sind es auch natürliche Harze (Dammar, Mastix) und synthetische Harze (Cyclohexanonharz, Alkyd). Ein norma-les Umgehen mit diesen Materialien ist ungefährlich. Metall-Sikkative, z. B. Kobalt und Mangan, sollten nur in kleinen Mengen verwendet werden zur Trocknungsbeschleunigung. In die-ser Dosierung sind sie als ungefährlich einzustufen. Auch die Bindemittel der Aquarell- und Gouachefarben bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen wie z. B. Gummi arabicum, Dex-Irin, Traganth und Zellulose-Derivate. Das Bindemittel der Acrylfarben ist eine Kunstharzdispersion, d. h. eine fein verteilte Aufschwemmung fester Kunststoffpartikelchen in Wasser. Bei normaler Anwendung besteht kein Gesundheitsrisiko. Problematischer sind Lösemittel, die von Künstlern benutzt werden. Es handelt sich um flüchtige Stoffe, die bei der Benutzung eingeatmet werden können. Ein klassisches Lösemittel ist Terpentinöl, das durch Destillation von natürlichen Balsamen gewonnen wird. Es kann allergische Reaktionen hervorrufen und Haut und Atmungswege reizen. Testbenzin ist vielleicht weniger gefährlich, aber der Gefährlichkeitsgrad kann schwanken. die Stufen sind unterschiedlich. Beim Arbeiten mit diesen Lösemitteln sollte man für entsprechende Durchlüftung sorgen und das Einatmen der Dämpfe vermeiden.
|
<